15. April 2009, 20:24 Uhr, LauraNa, dann wollen wir mal.....Da stehe ich wieder- oder sage ich, da wurde ich gestanden, denn auch heute kann ich wieder nicht begreifen, was mich vor den Eingang des Fitnessstudios führt und mich dazu veranlasst, mich schnaufend und schwitzend durch den öden Parcours der 'wirklich allerneusten' Gewichtegerätschaften zu quälen. Ich werde joggen, drücken, zerren, biegen, stemmen und hängen- ja, hängen!Begleitet von einer akkustischen Beschallung aus Popmusik, kernigen Männergesprächen, stöhnen, ächzen und prusten. Von männlichen Trainern umworbene Kundinnen, die sich einmal mehr ungelenk mit der komplizierten Handhabung des Fitnessgeräts zeigen, um es 'genau richtig' zu machen, gibt es erst nach 17 Uhr. Ich schäle mich unmotiviert aus meinem Alltag und verschwinde im Schlabbersportoutfit. Und ich kann wirklich behaupten, die am schlechtesten angezogene Hobby- Sportlerin zu sein, die diese 1000 Quadratmeter Gerätepark je betreten hat. Oder bekomme ich Konkurrenz nach 17 Uhr? Da sind wir: Mein Handtuch, und mein Schlabberoutfit und mein schlechtgelauntes Gesicht, um Böses zu tun. Ich schnaufe mich durch die Aufwärmphase und überlege, ob ich nicht gerade heute darauf hätte verzichten können. Nebenbei nicke ich nach links und nach rechts, um bekannten Gesichtern zu suggerieren, daß wir großartig sind, weil wir es gemeinsam geschafft haben, ohne zu weinen, das Hamsterrad zu besteigen. Wie Herr Frodo und sein Sam treten wir brüderlich ins Leere, immer auf der Hut, nicht vor dem anderen aufzugeben. Erschöpft verlasse ich mein Gerät nach dreieinhalb Minuten. Ich bin stolz auf mich- zwei Minuten mehr als letzte Woche. Aufwärmen ist so wichtig. Ich betrete den Parcours und zeige mich unschlüssig, womit ich denn anfange. Ich und mein Handtuch wissen, wir wollen uns eigentlich nirgendwo hinlegen-oder setzen, nicht nur aus hygienischen Gründen. Doch, wenn ich schon mal im Schlabbersportoutfit bin, kann ich auch ein bißchen. Aber nur ein bißchen. Ich zerre am Seilzug- warum eigentlich? Und mache drei Sätze mit fünfzehn Wiederholungen. Egal. Anschließend warte ich auf den herrlich weichen gummierten, wirklich gemütlichen Matratzen, weil da gerade jetzt jemand an meinem Gerät turnt. Ich nutze diese dringend erforderliche Pause, um den anderen bei der Arbeit zuzuschauen. Frauen, deren Alter nicht mehr bestimmt werden kann, weil sie Zöpfchen, Trägerhemdchen und lustig- bunte Leggins tragen, mühen sich und haben vielleicht auch Freude dabei. Und ich frage mich, ob sie vorher einen Milchkaffee tranken, um so verbissen vor Energie zu strotzen. Oder ist es das Wetteifern um die knackigste frisch-jugendliche Weiblichkeit? Wahrscheinlich Ersteres. Und die Männer. Liebe Männer! Gibt es einen kleinen Moment in dem eineinhalbstündigen Training, wo ihr nicht in den Spiegel schaut? Ich frag mal. Da sitze ich, notdürftig gedehnt und stelle fest, daß mich hier alle ganz müde machen. Ich glaube, daß reicht für heute. Nicke rechts und nicke links und verschwinde in der Umkleide.
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Laura im
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